Südtirol ist ein Land, das schon mehrmals zum politischen Spielball wurde. In einer wunderschönen Naturlandschaft zwischen Mittelmeer und Brenner gelegen, erstreckt sich ein Land, das schon sehr viel Schrecken erleiden musste und dessen Bürger schon viel Schlimmes erfahren haben. Von 1810 bis 1813 war die heute autonome Provinz von Italien schon einmal für kurze Zeit Teil des Königreichs Italien, bevor es von den Truppen des neuen österreichischen Kaiserreichs zurückgeholt wurde zu dem zu Österreich gehörenden Teil von
Tirol. 1915 besiegelten Italien und die Mächte der Entente jedoch im Geheimen in London des kommenden Schicksals von
Südtirol. Wie in 1915 „ausgemacht“, wurde Südtirol nach dem 1. Weltkrieg nämlich 1919 von Italien annektiert.
Mit dem Vertrag von Saint-Germain war das Schicksal der Südtiroler vorläufig endgültig besiegelt. Ab 1922 nach der Machtergreifung der Faschisten in Italien litt Südtirol unter den Repressionen. Die Lösung schien 1939 in Sicht, als durch das Abkommen zwischen Hitler und Mussolini viele bis 1943 die Option wählten, lieber ihre Heimat zu verlassen und künftig im Deutschen Reich zu leben, als weiterhin zu Italien zu gehören. Viele blieben jedoch. Das nach dem 2. Weltkrieg ausgehandelte Autonomieabkommen wurde später aber nur zum Teil umgesetzt. Die Autonomie ist heute jedoch vollzogen, und auch die Grenzen zum Norden von Tirol, der zu Österreich gehört, ist dank der Zugehörigkeit von Österreich und Italien zur EU heute völlig offen. Zusammen mit dem Bundesland Tirol arbeitet Südtirol heute insbesondere auch in Fragen der Umwelt- und Naturpolitik zusammen. Aber auch in anderen Bereichen wie Handwerk und Kunst finden immer wieder Veranstaltungen statt. Nord- und Südtirol wächst auf diese Weise wieder zusammen.