15 Jahre SMS: Von der Notlösung zum Über-Feature

Als die Entwickler des GSM-Standards während der Schlussphase ihrer Spezifikationsarbeit entdeckten, dass ein kleiner Teil der geplanten Übertragungsleistung ungenutzt brach lag, entschieden sie sich noch kurzfristig zur Integration eines Kurznachrichtensystems. So entstand der Short Message Service, kurz SMS, mit dem bis zu 160 Zeichen lange Botschaften übertragbar waren.

Wer SMS versenden und empfangen sollte, war am Start nicht so ganz klar – die Mobiltelefone der ersten Generation waren jedenfalls nicht dafür konstruiert und hatten außer der Sprachfunktion kaum andere Ausstattungsmerkmale. Für das Empfangen und Versenden von SMS gab’s spezielle Geräte in schwindelerregenden Preisregionen.

Zwei Jahre später konnte man das erste Mobiltelefon kaufen, mit dem man SMS senden und empfangen konnte. Eine Nachricht zu erfassen war mühsam – weder gab es SMS-Vorlagen noch eine automatische Texterkennung. Die Daumengelenke der damaligen “early adopters” schmerzen wahrscheinlich heute noch…

Lange blieb die Entwicklung aber nicht stehen, und der Siegeszug der Simser wurde von den Herstellern der Handys genauso angetrieben wie von den Betreibern der Mobiltelefon-Netze.

Für die bedeutete die SMS-Wut einen unerwarteten, aber reichlichen Geldsegen. Hohe Gebühren für jedes einzelne SMS beim Sender und Empfänger, selbst für die Benachrichtigungen der eigenen Mailbox über eine neue Sprachnachricht, ließen die Kassen der Telekomunternehmen klingeln und die Kunden über Möglichkeiten nachdenken, SMS kostenlos zu versenden. Im Internet entstanden Portale, die gegen Registrierung den Versand von einer limitierten Anzahl SMS gestatteten. Im Gegenzug gaben die Nutzer ein wenig von ihrer Privatsphäre auf, erlaubten Werbeanhänge an ihre Nachrichten oder ließen sich ihren E-Mail-Eingang mit Newslettern zupflastern.

Zahlungskräftige Unternehmen erkannten schnell das Potential der SMS bei den potentiellen Kunden der nächsten Generation als frühes Instrument der Kundenwerbung und Markenbindung. So betreiben auch jetzt noch viele Banken und Versicherungen, Kinoketten und Softdrink-Hersteller Websites mit der Möglichkeit zum Versenden von Gratis-SMS.

Das noch junge Apple iPhone innoviert in fast allen Teilen der Handy-Bedienung, so auch im Bereich SMS. Wie einfach und natürlich die Kurznachrichten in diesem stilsicheren Gerät zu benutzen sind, hätten sich die GSM-Entwickler damals vor 15 Jahren sicher nicht erwartet.

 
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